Tipps & Tricks für bessere Aufnahmen

1. Hintergrundgeräusche minimieren

  • Raumwahl: Nimm in einem möglichst stillen Raum auf, weit weg von Straßenlärm oder lauten Haushaltsgeräten.

  • Geräte ausschalten: Ventilatoren, Klimaanlagen und andere Geräte verursachen oft störendes Rauschen. Schalte sie nach Möglichkeit während der Aufnahme aus.

  • Improvisierte Schalldämmung: Teppiche, Vorhänge und Decken helfen, Hall und Reflexionen zu dämpfen. Es muss nicht immer teures Akustikmaterial sein – Kreativität zählt.

2. Die richtige Mikrofon-Technik

  • Abstand halten: Zu nah am Mikrofon kann zu Übersteuerungen oder störenden „Pop“-Geräuschen führen. Ein Abstand von ca. 10–15 cm ist oft ein guter Startpunkt.

  • Pop-Schutz verwenden: Ein Pop-Filter reduziert Plosivlaute („P“, „B“, „T“) und sorgt für einen angenehmeren Klang.

  • Mikrofonposition: Der Winkel zum Mikrofon kann je nach Stimme oder Instrument viel ausmachen. Nimm dir Zeit, um verschiedene Positionen auszuprobieren und den „sweet spot“ zu finden.

3. Raumakustik optimieren – auch ohne teures Equipment

  • Möbel & Textilien: Ein halbwegs eingerichteter Raum mit Vorhängen, Büchern oder Sofas klingt oft trockener und angenehmer als ein karger Raum mit kahlen Wänden.

  • DIY-Akustikelemente: Wer handwerklich begabt ist, kann günstige Absorber bauen. Dafür braucht man oft nur Holzrahmen, Dämmmaterial (z. B. Steinwolle oder Basotect) und etwas Stoff.

  • Reflexionen vermeiden: Positioniere das Mikro nicht direkt gegenüber harter Flächen (Fenster, Spiegel). So reduzierst du Flatterechos und Reflexionen.

4. Vorbereitung vor der Aufnahme

  • Equipment-Check: Bevor du auf den Aufnahmeknopf drückst, stelle sicher, dass alle Kabel richtig angeschlossen und die Pegel korrekt eingestellt sind.

  • Soundcheck: Mach immer einen kurzen Test, um sicherzugehen, dass Lautstärke und Klang passen. Dadurch merkst du frühzeitig, wenn etwas nicht stimmt.

  • Probe-Aufnahme: Ein kurzer Take vorab hilft, den Abstand und den Winkel zum Mikrofon festzulegen und sich stimmlich „einzugrooven“.

5. Nachbearbeitung nicht vergessen

EQ – generelle Richtwerte

Bitte beachte, dass jede Stimme einzigartig ist und jeder Raum anders klingt. Die folgenden Angaben sind nur grobe Orientierungspunkte für einen Sprach- oder Gesangsmix:

  • Low-Cut / High-Pass: Setze einen Filter bei ca. 70–100 Hz, um tieffrequentes Rumpeln oder Trittschall zu entfernen.

  • Klarheit in den Mitten: Wenn die Stimme im Bereich um 200–400 Hz zu „muffig“ wirkt, kannst du dort leicht absenken (etwa 2–3 dB).

  • Präsenz / Brillanz: Ein kleiner Boost von 2–3 dB um 4–5 kHz oder 8–10 kHz kann die Verständlichkeit verbessern und der Stimme mehr Glanz verleihen.

Kompressor – erste Anhaltspunkte

  • Ratio: Starte mit einer mäßigen Ratio von 2:1 oder 3:1.

  • Threshold: Lege den Threshold so, dass bei lauten Passagen eine moderate Reduktion von 3–6 dB erreicht wird.

  • Attack: Ein Attack von 10–20 ms lässt kurzzeitig die natürliche Dynamik durch, bevor die Kompression greift.

  • Release: 100–300 ms funktionieren oft gut, ohne dass es zu „Pump“-Effekten kommt.

(Achtung: Bei sehr dynamischen Stimmen oder Instrumenten können diese Werte stark variieren. Probieren geht über Studieren.)

Zusätzliche Tipps

  • Schnitt & Editing: Entferne Störgeräusche, Schnaufen oder lange Pausen.

  • Effekte gezielt einsetzen: Wenig Hall oder Delay kann Tiefe hinzufügen, zu viel macht den Mix schnell matschig.

  • Lautheit (für Podcasts): Für Podcasts oder Sprachaufnahmen kann ein Zielpegel bei etwa -16 LUFS (Loudness Units Full Scale) ein guter Orientierungspunkt sein, damit die Hörer*innen nicht permanent die Lautstärke anpassen müssen.